Dienstag, 15. August 2017

Manchmal mutig - manchmal nicht

Bin ich modemutig? 


Sabina und Gabriele haben zwei wunderbare Posts zum Thema Modemut geschrieben. Die haben mich nachdenklich gemacht und die Frage aufgeworfen: Bin ich das, modemutig?


Eine Sache der Definition

 

Wenn ich an modemutige Frauen denke, fallen mir sofort die phantastisch gestylten Damen ein, die Herr Cohen in seinem Blog "Advanced Style" vorstellt. Sie sind unglaublich, phantasievoll, Stilikonen, Schönheiten. Ihnen passiert nicht, was vielen Frauen über 50 geschieht, sie werden nicht übersehen. Sie stehen im Fokus, immer. 

So bin ich nicht! 

Wenn ich mit Ende 50

- im Bikini ins Freibad gehe
- mein Rock über dem Knie endet
- im Sommer meine Oberarme nicht verstecke
- Lederleggins trage
- kurze Hose mit Strumpfhosen kombiniere
- mir nie Gedanken darüber mache, ob es angemessen und "altersgerecht" ist, 
  was ich anziehe...

... bin ich dann modemutig? 

Nein, nicht in meinen Augen.
Dann bin ich einfach nur ich selber. Dazu braucht's keinen Mut.

Modemutig, in meiner Vorstellung, bin ich, wenn ich über meinen Tellerrand hinausschaue. Wenn ich mich in ein Kleidungsstück verliebe, das sich von dem was ich sonst trage deutlich abhebt. Wenn ich neue Kombinationen ausprobiere, Stile und Muster mixe, einen Look entwerfe, der eine Seite von mir hervorhebt, die ich normalerweise verberge. 

 

Bloggen hat mich mutiger gemacht 


Als ich mit dem Bloggen begann, war meine Zeit als Mama gerade abgelaufen. Meine Kinder aus dem Haus, mein Kleiderschrank aber noch gut bestückt mit praktischen, eher langweiligen, weil unauffälligen, Kleidungsstücken. Was folgte war eine Zeit des Ausprobierens. des Auffallens. Ich wollte gesehen werden, machte mit bei Patti's "Visible Monday" und Ines' mutigem Montag. Dabei kam der eine oder andere modemutige Look heraus.




outfits-50plus-bloggerin

Ein Rückblick: bis auf die kurzen Hosen, hab ich diese Outfits auch im Büro getragen, die Satin-Jacke mal zu einer Weihnachtsfeier. 



jeanskleid-mit-lederjacke-upcycling-projekt

Das modemutigste, das ich in letzter Zeit trug, ist mein verlängertes Jeanskleid. Das ziehe ich allerdings nur in der Freizeit an, nicht im Büro. 

Modemut - eine Möglichkeit

 

Wie ich mich kleide, beinhaltet zum einen den Wunsch, mich so zu zeigen wie ich bin, zum anderen, wie ich gesehen werden möchte. Das ist kein Widerspruch. Ich möchte durchaus kein falsches Bild von mir vermitteln, doch auch nicht nicht immer alles von mir zeigen und nicht jedem.

Als ich mich modisch ausprobierte habe ich entdeckt, dass ich mich am wohlsten fühle, wenn ich mich so kleide, wie es meiner Stimmung entspricht. Das eröffnet mir eine ungeheure Bandbreite. Ich kann alles sein, damenhaft, lässig, cool, minimalistisch, verspielt, sachlich, androgyn, aufregend, streng und natürlich auch modemutig. 

Modemutig sein, ist für mich eine Option unter vielen. Manchmal bin ich's und manchmal bin ich graue Maus. Aber beides gerne und weil's mir so gefällt. 


Modemut und Mustermix

 

Ein Stilelement, das ich erst durch's bloggen kennen gelernt habe, ist der Mustermix. Er eröffnet mir immer wieder neue Möglichkeiten meine bestehende Garderobe zu neuen Looks zusammen zu stellen. Meine Freude ist jedesmal groß, wenn ich wieder was entdecke, was zusammen geht. 

So wie dieser sommerliche Freizeit-Look heute


blauweiß-gestreift-mit-paisleymuster-gemixt

Die blau-weiß-gestreifte Bluse zur Pailsey-Haremshose sind für mich eine absolut stimmige Mischung. Mit Schuhen trage ich dieses Outfit nicht nur im Garten. 


diese-bluse-war-ein-herrenhemd

Natürlich habe ich mir über ein modemutiges Outfit, das ich heute präsentieren könnte, Gedanken gemacht. Je mehr, desto weniger ist dabei heraus gekommen. Auch zum modemutig sein, muss meine Stimmung passen
  

camera-app-ausprobiert-freizeit-outfit
  Heute ist mir nach fröhich und unbeschwert und so sieht das dann aus. 

Sabine Gimm hat zum Thema auch einen Post verfasst - schaut mal hier.

Warum ich heute mein Handy nicht aus der Hand gebe?
Ich hab eine neue Kamera und eine App auf dem Handy, die diese steuert. 
Das sind die ersten Bilder damit. Es ist eine feine Sache, am Posen und an der Bildqualität muss ich allerdings noch feilen. 

Für Eure Kommentare zum "Hochwasserhosen"-Post danke ich Euch. Mal wieder bin ich nicht dazu gekommen, sie zu beantworten. Gefreut hab ich mich über jeden einzelnen. Ein paar neue Leser sind dazu gekommen - herzlich willkommen

Wohl jeder hat mit dem Thema Modesünden wohl schon seine Erfahrungen gemacht. Eure Geschichten und Erlebnisse dazu bereichern meinen Blog. Danke dafür! 

Haremshose - Flohmarkt
Streifentop - aus einem Herrenhemd von Landsend gemacht 
Kette - Fundus   
  






Freitag, 4. August 2017

Hochwasserhosen und andere Modesünden

Wahrscheinlich benutzt kein Mensch unter vierzig den Ausdruck "Hochwasserhose" noch und das Wort Modesünde verliert glücklicherweise so nach und nach an Bedeutung - das hoffe ich zumindest. Deshalb kurz eine Erläuterung.


50plus-stil-abgeschnittene-jeans

Die Hochwasserhose 

 

heute 7/8- oder 3/4-Hose genannt, war in meiner Kindheit und Jugend verpönt, wer sie trug zeigte damit entweder
  • Desinteresse an Mode
  • dass seine oder ihre Mama die Oberherrschaft über die Kleiderwahl hatte
  • oder dass er oder sie schlichtweg größer war als der Durchschnitt und keine Hose in geeigneter Länge fand
Kein Mensch wäre damals auf die Idee gekommen, die heißgeliebten Jeans (die man sich oft genug zusammen gespart hatte) abzuschneiden. Sie enger zu nähen, in der Badewanne körpergerecht zu schrumpfen oder mit Domestos zu bleichen war dagegen gang und gäbe. 

Heute sieht man abgeschnittete Jeans wohin man schaut und kein Mensch stört sich daran. Im Gegenteil, je ausgefranster, je cooler.

Es ist ja nicht so, dass ich jedem Trend hinterherhechle. Aber wenn ich einen entdecke, der mir entgegenkommt, springe ich auf. Klar!

Eine Jeans, die für Härteeinsätze, wie Malern oder Autowaschen aussortiert war, weil sie am Saum unübersehbar Bekanntschaft mit der Fahrradkette gemacht hatte, hab ich dieser Mode folgend abgeschnitten. Nur noch knöchellang, wurde sie zur Hochwasserhose, doch damit wieder voll einsatzfähig. 


cremeweisses-kurzes-kleid-zu-jeans-getragen

Die Modesünde  

 

Gibt's noch, zumindest liest und hört man immer mal wieder was modisch geht und noch mehr, was gar nicht geht, vor allem ab einer bestimmten Konfektionsgröße, ab einem bestimmten Alter. Gerne wird diese Rubrik auch "in and out" genannt. Ihr wisst, was ich meine. Ich lese, diese Artikel im übrigen gerne, zum Amüsement. Im Rückblick auf Kindheit und Jugend stelle ich fest, dass damals so gut wie alles verboten oder zumindest reglementiert war. Schon die Farbwahl war mehr als eingeschränkt. Grün zu blau oder blau zu rot oder gar rosa zu rot - ein no go. Helle Hosen hatten ihre Tragezeit zwischen Mai und September; Handtasche, Schuhe, Gürtel und wenn möglich auch noch Handschuh sollten unbedingt den gleichen Farbton haben, möglichst aus dem gleichen Material sein. Das sieht schick aus, ich weiß. Aber es schränkt doch sehr ein. 

Vieles, was früher Modesünde war, ist jetzt oder war in den letzen Jahren hochaktuell. Erstaunlich, dass die Rubrik Modesünde noch immer Futter findet und noch erstaunlicher, dass noch immer ungeschriebene und/oder geschriebene Vorschriften grasieren, was Frau tragen darf, vor allem wenn Sie ... plus... ist (für ... setze size oder eine Zahl über 30? 40? 50?).

 

Mein Kleiderschrank, meine Regeln 

 

Zwischen 14 und Mitte 20 waren mir Kleidergebote jeglicher Art egal, oder ich legte es bewußt darauf an sie zu brechen. Damals trug ich, soweit ich mich erinnern kann, zum ersten Mal ein Kleid über der Jeans, ein wadenlanges Baumwoll-Hippie-Kleid - ein Bild gibt's leider nicht. Das war nicht das, was gefiel. Nicht nur meine Familie, auch die meisten meiner Freunde fanden diesen Stil wohlwollend ausgedrückt gewöhnungsbedürftig. 
  Seither habe ich viele Kleider über Jeans oder Stoffhosen getragen, egal ob das gerade in war oder nicht und ich mach das immer noch - siehe da. Heute kombiniere ich vor allem Kleider, die mir ein wenig zu kurz sind mit einer Hose. Es würde mir leid tun, sie wegen ein paar fehlender Zentimeter wegzugeben. Wer weiß, vielleicht mag ich ja in ein paar Jahren wieder kürzere Kleider tragen (womöglich wenn die Fäustchen an meinen Knien Falten gewichen sind). 


50plus-stil-cremeweisses-kleid-und-jeans-im-sommer


Wenn ich auch über die vorgeblichen Modesünden lächle. Für mich selber Regeln aufzustellen, finde ich o.k., Vorlieben drückt es vielleicht besser aus. Manchmal war das nur der Wunsch eine Teil meiner Persönlichkeit besonders hervorzuheben (z. B. coole Mami in Hotpants und Lederjacke). Manchmal ein Bauchgefühl, das mir sagt, lass das jetzt mal besser. Eine meiner aktuellen Vorlieben lautet: Kleider und Röcke knielang und zwar mindestens bis Kniemitte oder ein wenig darunter. 

Ich hab noch ein paar, aber davon einandermal mehr
Sagt mir lieber, was eure persönlichen Regeln oder Vorlieben gerade sind.  

Sommerkleid zu Jeans

 

Weil das cremeweiße Sommerkleid einen Ticken zu kurz ist, trage ich es mit der oben  beschriebenen, abgeschnittenen Jeans. Die ist schon ein paar Jährchen alt und bootcut. Keine also, die mich schlanker oder größer macht, vor allem nicht in dieser Länge. Ich weiß das, ich sehe es auf den Bildern und es ist mir egal. Meine 162 cm sind so gut wie jede andere Körpergröße, da muss ich nichts optisch verlängern, wenn mir nicht danach ist. 



vintage-sonnenbrille-beach-waves-50plus-stil

Ärmellos ist auch so ein Thema, über das ich immer wieder was lese, vor allem in Zusammenhang mit Armen älter als... 
Soll ich mich jetzt meiner armen, alten, Arme schämen? Quatsch
Ich sorge dafür, dass meine Haut gut gepeelt, schön glatt und eingecremt ist und dann gefällt mir das so. Wenn's jemand als unpassend oder gar ecklig empfindet, soll er weggucken.

Kleid - HuM
Jeans - aus dem Fundus
Schlappen - Brinkmann
Sonnenbrille und Kette - Flohmarkt 
Tasche - Iam 
  

Zum Schluss ein kleiner Rückblick 

 

Wir haben einen grandiosen Sommer hier im Süden. Fast jeden Abend können wir draußen sein, die Wochenenden im Freien genießen. Ein besonders schönes Wochenende war das vergangene als Frau Nelja und Birgitt mich besuchten. 

Unseren Spaziergang im Schmuttertal hat Birgitt in schönen Bildern festgehalten


schwestern-im-herzen


Es war eine wunderbare Zeit mit Euch beiden! 



gartenblumenstrauss-in-türkiser-vase

Die schöne Vase von Frau Nelja und die Blütenpracht 
aus Birgitts Garten erinnern mich daran


rosa-rosenblüte-mit-schmideisernem-gitter



 In unserem Garten haben sich die Rosen inzwischen verabschiedet. 
Ich bin gespannt, ob sie noch mal blühen werden. 

Weil das wieder ein Freitagspost ist, reihe ich mich ein in 

Tina's Link-Up 

Schaut doch mal dort vorbei! 
   





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